36 Grad und es wird noch heißer…

Nach einer sehr bequemen Nacht und einem mehr als reichlichen Frühstück in unserer Unterkunft, haben wir uns noch einmal Fahrräder ausgeliehen. Heute sollte es aber nicht in die Mangroven gehen, sondern in einen Wald mit vielen endemischen Arten. Dieser wurde im Zuge eines Bewaldungsprojektes angelegt. Verschont vom Regen, aber nicht von der extremen Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit, radelten wir also gemeinsam mit Shih-Chieh Chang (einem Professor an einer nahen Uni), einem Master- und einer PhD Studentin los. Auf dem Weg zum Tower erklärte uns Shih-Chieh noch etwas zu dem Reisanbau, der hier (oft biologisch) auf kleinen Feldern von Farmern betrieben wird und klimatisch bedingt zwei mal im Jahr geerntet werden kann. Dann ging es weiter in den Wald. Nachdem der Zuckerrohranbau nicht mehr lukrativ genug war und daher aufgegeben wurde, pflanzte man hier 2001 mehrere zehntausend Setzlinge Taiwanesischer Baumarten auf etwa 1250 Hektar Land der Zuckerrohrfirma. Hier steht ein weiterer 18 Meter hoher Turm, auf dem ebenfalls Eddy-Kovarianz-Messungen durchgeführt werden, welche Shih-Chieh betreut. Angekommen auf dem Turm genossen wir die leichte Brise und den Ausblick über den Wald auf die Central Mountain Range im Inneren des Landes und die Coastal Mountain Range im Osten. Besonders begeistert waren die geologisch Interessierten unter uns, da hier die Eurasische und die Phillipinische Platte aufeinandertreffen, was man sich anhand des Tals zwischen den beiden Mountain Ranges gut vorstellen konnte. Dass die seismische Aktvität hier sehr hoch ist, bestätigte sich heute durch ein kleines Erdbeben der Stärke 3, dessen Epizentrum hier im Ort lag (von dem aber keiner der Teilnehmer*innen etwas gemerkt hat). Nachdem noch einmal letzte Fragen zu den Messungen geklärt und ein Gruppenfoto gemacht wurde, machten wir uns auf dem Weg zum Zentrum des Parks. Hier wurde uns ein Informationsfilm über die Entstehung und aktuelle Nutzung des parkartigen Geländes gezeigt.

Zurück ging es dann ganz fix und bergab, sodass nach einer kurzen Verschnaufs- und Mittagspause unsere Mini-Konferenz mit den Taiwanesischen Student*innen begonnen werden konnte. Auf dem Programm standen ein Vortrag von Anja zum deutschen Hochschulsystem und von Rune zur Ökosystemforschung in Deutschland, die auf englisch vorgetragen wurden. Anschließend führte uns Bharti in ihre Forschungsarbeit über die Pangoline, auch Schuppentiere genannt, ein. Die Population dieser süßen und etwas merkwürdigen Tiere ist durch Jagd und Angriffe von Straßenhunden stark gefährdet, da die Nachfrage nach ihren Schuppen mit dem Verbot des Elfenbeinhandels in China stark gestiegen ist. Dort wird das Keratin, aus dem die Schuppen bestehen, als vermeintliches Heilmittel unterschiedlich eingesetzt. Abschließend erzählte uns Micky noch etwas über sein Masterprojekt, in dem es um den möglichen Zusammenhang zwischen dem Gesang, dem Körpergewicht und der Höhe des Lebensraum von Vögeln geht. Nach den auf die Vorträge folgenden interessanten Diskussionen war es dann – nach einer weiteren kleinen Pause – Zeit fürs Abendessen. Dazu ging es in den gleichen Laden wie gestern (es war auch einfach super lecker!). Satt und zufrieden geht es heute früh ins Bett. Morgen geht es früh los Richtung Taroko Nationalpark und dann weiter nach Fushan.

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