Kenting

Heute morgen ging’s mal wieder früh los. Nachdem Professor Klemm persönlich losgefahren ist, um Frühstück (inklusive frischen Kaffee) für die Gruppe zu kaufen, begannen wir den Tag mit einer Wanderung durch den Kenting Nationalpark. Die Professorin I-Ling Lai stellte uns einen Teil der heimischen Tier- und Pflanzenarten vor. Etwa ein viertel aller Arten auf Taiwan ist hier endemisch (das heißt, es gibt sie ausschließlich hier). Eine heimische Tierart, die uns gestern Abend schon zahlreich auf der Straße durch den Nationalpark begegnete, ist der Sikahirsch. Aufgrund seines schönen Fells war er zeitweilig bereits fast ausgerottet, jedoch hat sich die Population durch Nachzüchtungen und Auswilderungen wieder mehr als erholt. Da nach dem Aussterben des Nebelparders nun keine Großprädatoren mehr im Nationalpark leben, können sie sich unkontrolliert vermehren. So muss sich das Nationalparkmanagmenet verschiedene Methoden überlegen, um die Vegetation vor den Hirschen zu schützen.

Ficus benjamina

Die Vegetation – das sind zum Beispiel der Giant Autumn Maple Tree (Bischofia javanica), Kakibäume und die Feige Ficus benjamina, welche an einem sehr besonderen Standort lebt: der verkarstete Boden bildete sich aus Korallenriffen, die vor Millionen von Jahren an diesem Standort existierten und nun trocken liegen. Die Oberfläche und Struktur des Gesteins ließ uns sehr gut nachvollziehen wie es hier damals wohl ausgesehen haben muss. Da der Boden über keine hohe Wasserspeicherkapazität verfügt, bildet Ficus benjamina hier gigantische Hängewurzeln aus, um Wasser und Nährstoffe aus der Luft aufnehmen zu können.

Die „Fairy Cave“ (eine Karsthöhle)

Ein besonderes Highlight der Wanderung war der Besuch der „Fairy Cave“, einer Karsthöhle mit Stalagmiten und Stalagtiten und – sehr großen Spinnen, an deren Anblick wir uns hier aber mittlerweile eigentlich gewöhnt hatten. Jedoch wirkten sie in einer dunklen Höhle nochmal ein wenig beeindruckender…

Der Blick auf den Pazifik

Nach dem Mittagessen auf einem Turm mit Ausblick über den Wald und den Pazifik im Hintergrund machten wir uns am Nachmittag auf zu unserem zweiten Highlight des Tages: Schnorcheln im weißen Weichkorallenriff. Auf diesen Programmpunkt freuten sich die meisten besonders und wurden auch nicht enttäuscht. Nachdem wir die Ausrüstung ausgeliehen hatten ging es ins Meer. Unter uns tat sich schon nach einigen Metern eine neue Welt auf: Korallen, Seeigel und viele bunte Fische, wie Papagei- und Halfterfische. Alle Exkursionsteilnehmer*innen konnten kaum glauben, wie viel Glück wir hatten, ein solch seltenes und bedrohtes Ökosystem einmal mit eigenen Augen betrachen zu können.

Zum Abendessen besuchten wir wieder den Nightmarket (diesmal ohne Regen und Gewitter) und ließen danach den Abend mit Kartenspielen ausklingen. Was für ein schöner Tag!

Morgen früh werden wir Kenting schon wieder verlassen, um in Guang Fu auf der Ostseite der Insel die nächsten zwei Tage zu verbringen!

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