Nebelforschung in Xitou

Nach dem vergleichsweise ruhigen Anreisetag gestern ging es heute von einem Programmpunkt zum nächsten. Gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet mit vielen traditionell taiwanesischen Leckereien ging die Wanderung im Forschungs- und Erlebniswald pünktlich um 9 Uhr los. Der erste Stopp des Tages fand an einer Klimamessstation in der Nähe des Hotels statt. Dort sahen wir die Messgeräte, die die meisten von uns schon in Münster im Rahmen der Klimaübung selbst einmal aufgebaut haben, im Einsatz im subtropischen Gebirgswald.

Hier gab es eine kleine Theorieeinheit zu den Messmethoden, den Bedingungen vor Ort und ihren Ergebnissen und Daten von Prof. Klemm und dem ortskundigen Ranger Alan, der unter anderem auch die Station betreut. Danach ging es weiter hoch in den Wald. Beeindruckende Baumfarne und Epiphyten, sowie Zypressen und Bachläufe säumten links und rechts die Wege. Auch die Fauna beeindruckte alle Exkursionsteilnehmer*innen: riesige bunte Schmetterlinge, exotische Vögel und Eichhörnchen, die hier fast etwas zu zahm sind und neugierig die Touristen belagern. Nach einer etwa halbstündigen Wanderung erreichten wir den Höhepunkt der Wanderung, einen 40 Meter hohen Gerüstturm der für unterschiedliche Messungen der Uni Münster genutzt wird. Aktuell sind eine Doktorandin und zwei Studentinnen vor Ort und sammeln den Nebel, um ihn in auf seine Tropfengröße und chemische Zusammensetzung hin zu untersuchen.

Nun kam die Stunde der Wahrheit und fast alle Exkursionsteilnehmer*innen bestiegen nacheinander mutig den gerüstartigen Turm. Hier sahen wir sowohl die Kronenschicht der Bäume auf Augenhöhe und staunten 15 Meter höher über den atemberaubenden Ausblick auf die Berge und den subtropischen Wald. Noch beeindruckender wirkte die Landschaft durch den Nebel, welcher die Berge einhüllte.

Nachdem alle wieder sicher am Boden waren und ihr Lunchpaket verzehrt hatten, ging die Wanderung weiter und wir lernten etwas über den Muren- und Schlammlawinenschutz des Gebietes. Aufgrund der enormen Regenmassen passiert dies hier nicht allzu selten. Deshalb haben die Ranger vor Ort unterschiedliche Systeme installiert, um die umliegenden Wälder und eine weiter unten gelegene Jugendherberge zu schützen.

Als wir am Nachmittag zurück im Ort waren, organisierte Kerstin für uns eine Teezeremonie im Teeladen des Vertrauens. Dies war eine willkommene Pause für die Exkursionsteilnehmer*innen, da unser Rückweg von einem Regenschauer begleitet wurde. Verschiedene grüne und schwarze Teesorten der Region wurden traditionell aufgekocht und verköstigt. Auch ein besonderer Kaffee der Region wurde mit einer speziellen Methode, der Perkulation, zubereitet und durfte probiert werden. Das besondere Aroma traf auf Begeisterung.

Nach dieser Stärkung und nachdem sich alle mit Tee für Zuhause eingedeckt hatten, ging es in den Seminarraum. Hier hörten wir die Referate von Linda und Moritz. Passend zum Tag ging es um CO2-Aufnahme subtropischer Ökosysteme sowie um Nebel und Nebelforschung.

Direkt im Anschluss wurden wir zum Abendessen eingeladen. Es gab typische Taiwanesische Spezialitäten und die Gastfreundlichkeit und Warmherzigkeit unserer Gastgeber verstärkte wieder einmal unseren positiven Eindruck von den Leuten hier. Bei dem einen oder anderen Bier lernten sich alle noch einmal besser kennen und es wurde trotz der teilweise vorhandenen Sprachbarriere viel gemeinsam gelacht.

Morgen früh geht es wieder in die Busse, denn wir fahren zur Atmosphärenforschungsstation auf dem Mount Lulin. Hier werden wir die nächsten zwei Tage auf etwa 2600 Metern Höhe verbringen.

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